Allgemeines

Taijiquan* (oder auch Tai Chi Chuan bzw. kurz Tai Chi*) ist eine alte chinesische Kampfkunst, die heutzutage allerdings hauptsächlich zur Gesundheitsförderung erlernt wird, z. B. als sanfte, aber dennoch Körper und Geist fordernde Entspannungstechnik, die sowohl zum Abbau von Stress, als auch vorbeugend eingesetzt werden kann.

Bereits in der Lernphase merken Sie, wie sich die innere Ruhe nach und nach einstellt und Sie Ihren Körper mehr und mehr wahrnehmen. Ihre Sinne werden geschärft. Wie bei allen Bewegungskünsten, steigert auch beim Tai Chi Chuan regelmäßiges Üben die Wirkung.

Ich unterrichte die Langform (103er) des traditionellen Yang-Stils nach Meister Yang Jun.

Der Yang-Stil wurde von Yang Luchan aus dem Chen-Stil entwickelt und von dessen Enkel Yang Chengfu in seiner heutigen populären Form weiterentwickelt. Dessen Sohn Yang Zhenduo hat durch weltweite Seminare und Vorträge für die weltweite Verbreitung gesorgt. Großmeister Yang Zhenduo hat vor zwei Jahren seinen Enkel Yang Jun zum offiziellen Nachfolger ernannt. Meister Yang Jun lebt mit seiner Familie in den USA und steht dort der „International Yang Family Tai Chi Chuan Association“ als President vor. Dieser Dachverband ist in Deutschland mit zwei „Yang Chengfu Tai Chi Chuan Centers“ in Köln und Berlin vertreten, wo Meister Yang Jun jährlich abwechselnd ein Internationales Taijiquan-Seminar abhält (Handform, Tuishou, Schwertform, Säbelform).

Der Yang-Stil zeichnet sich dabei durch seine gleichbleibend langsamen und kreisförmigen Bewegungen aus.

* Pinyin-Umschrift: Tàijíquán. Aussprache: Tai-dschi-Tschüän.
Sie haben sich wahrscheinlich schon gefragt, wieso es so viele Schreibweisen gibt. Nun, es gibt einfach verschiedene Systeme, um Chinesische Begriffe mit unserem Alphabet darzustellen. Das modernere heisst Pinyin. In diesem System heisst es nun also Taijiquan statt Tai Chi Chuan und Qigong statt Chi Kung. Gerade in Bezug auf das „Chi“ in beiden Begriffen erweist es sich als das geeignetere, denn man erkennt nun, dass es sich dabei keineswegs um den identischen Begriff handelt. Tai Chi und Taiji sind jeweils Kurzformen, die sich durchgesetzt haben. Es gibt hier also kein richtig und kein falsch.

Frank Grothstück, Center Director des Yang Chengfu Tai Chi Chuan Centers in Köln – 49er-Wettkampfform
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Traditionelle Langform (103er)
Wettkampfform (49er)
Kurzform (16er)

Tuishou

Bei Tuishou (Pinyin-Umschrift: Tuīshǒu) handelt es sich um die Partnerform des Taijiquan, die auch unter dem Namen Push Hands und Schiebende Hände bekannt ist. Dabei stehen
sich die Partner gegenüber und berühren sich an Armen und Händen.
Es geht bei den Übungen dann um das Neutralisieren des vom Gegenüber ausgeübten Drucks und anschliessenden Ausübens von Gegendruck. Diese Übungen sind ein ewiges Wechselspiel von Aktion und Reaktion. Das Ziel ist es am Ende in der Lage zu sein, den „Gegner“ durch dessen Krafteinsatz aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Die positiven Auswirkungen der Taijiquan Soloform auf das das Körpergefühl und die Körperkoordination werden beim Tuishou noch deutlich verstärkt.

Voraussetzung für die Partnerform des Taijiquan ist allerdings das Beherrschen der Soloform.